Terrarium

Exotische Tierarten


Die Haltung exotischer Tierarten wird auch in Deutschland immer beliebter. In diesem Beitrag werden wir Ihnen einen kleinen Überblick darüber geben, worauf man bei der Terrarienhaltung achten sollte.

Dies kann im Rahmen dieses Artikels nur trivial geschehen und ersetzt keinesfalls eigene Recherche mit Bücher und Internet (z.B. Fachforen), da jedes Tier spezielle Anforderungen an seine Halter stellt und Verstöße nicht selten mit einem frühen Ableben bestraft werden. Wer dieses Hobby deshalb verantwortungsbewusst ausüben möchte, sieht es nicht nur als Gelegenheit, vor Freunden mit einer Schlange angeben zu können, sondern muss der tiefen Faszination, die von diesen Tieren ausgeht, erlegen sein und die Bereitschaft haben, sich richtig über die Bedürfnisse des Tieres zu informieren. Nur so lässt sich eine artgerechte Haltung gewährleisten.

Die beliebtesten Tiere in deutschen Terrarien sind Echsen (z.B. Bartagamen) und diverse Schlangen, wir werden deshalb auch ein besonderes Augenmerk auf diese beiden legen.


Größe eines Terrariums

Es gibt keine allgemeingültigen Regeln für die Größe eines Terrariums, da selbst innerhalb einer Familie unterschiedlichste Bedingungen an den Lebensraum gestellt werden, welche eng mit der Lebensweise des Tieres zusammenhängen.

Bei Bartagamen geht man von der 5*4*3 Regel aus, die besagt, dass das Terrarium eines Tieres 5 x die Kopf-Rumpflänge eines ausgewachsenen Tieres, 4 x die Breite und 3 x die Höhe betragen sollte. Bei einer durchschnittlichen Länge von 25-30cm wäre das also 150x120x90cm. Bei Schlangen wiederum hängt die Größe vor allem mit der Aktivität des Tieres zusammen.

So gelten viele Riesenschlangen und Vipern als Lauerjäger, die ruhig an einer Stelle auf Beute warten und deshalb mit einem Terrarium mit einer eher kleinen Grundfläche auskommen. (WICHTIG!: Dieser Artikel richtet sich an Anfänger der Terrarienhaltung. Giftschlangen wie Vipern sind keine Anfängerschlangen!!) Andere Schlangen hingegen, vor allem Nattern, gehen aktiv auf Beutesuche.

Zudem werden sie häufig auch länger als die eher gedrungenen Vipern und benötigen deshalb weitläufiger Flächen. Manche Schlangen verbringen ihr gesamtes Leben auf Bäumen, während andere ausschließlich am Boden leben, oder Klettermöglichkeiten nur als Zusatz benötigen. Daraus ergeben sich ebenfalls Unterschiede für die benötigte Höhe des Terrariums.

Oft ist es notwendig, mehrere Klimazonen in einem Terrarium einzurichten, um den Reptilien die Wahl der gewünschten Temperatur zu überlassen. Auch dies erreicht man nur durch ein ausreichend großes Terrarium mit kontrollierter Luftzirkulation.


Terrariengestaltung

Bei der Gestaltung von Tierbehausungen ist auch darauf zu achten, dass der natürliche Lebensraum so genau wie möglich nachgebildet wird. Das ist besonders wichtig bei so spezialisierten Tieren, wie es Reptilien sind. Für viele Echsen und Schlangen ist der direkte Umgang mit dem Menschen eher mit Stress verbunden.

Gönnen Sie ihrem Tier genügend Versteckmöglichkeiten. Höhlen und Pflanzen sind aus diesem Grund für das Wohlbefinden der Tiere unerlässlich. Die Pflanzen sollten natürlich frei von Pflanzengiften sein und zu dem Klima passen, dass auch für das Reptil ideal ist. So haben sich z.B. Efeututen in Regenwaldterrarien als optimal erwiesen.

Ein Trinkwasserbecken ist obligatorisch. Es sollte fast täglich gereinigt werden. Viele Reptilien und vor allem Amphibien lieben Wasser aber auch zum Baden. Für manche Schlangen benötigt man deshalb neben dem festen Boden noch ein größeres Becken, welches ebenfalls regelmäßig entleert und gesäubert werden muss. Mit etwas Geschick kann man auch fließendes Wasser mit Bachläufen und Wasserfällen ins Terrarium einbauen. Es ist dabei aber zu bedenken, dass Reptilien sehr erschütterungsempfindlich sind und eine dauervibrierende Pumpe alles andere als beruhigend auf das Tier wirkt.

Eine Sonderform der wasserreichen Terrarien ist das Paludarium, wo der untere Teil komplett als Aquarium gestaltet wird, während oberhalb des Wassers aber trockene Bereiche (Felsen, Bäume) existieren. Das Paludarium wird vor allem für Reptilien und Amphibien genommen , die die meiste Zeit im Wasser verbringen, aber Ruhe- und/oder Eiablageplätze an Land benötigen. (Wasserschildkröten, hydrophile Schlangen).


Klimatische Bedingungen

Wenn man sich ein Reptil besorgen möchte, ist die Art des Lebensraums und die Größe der Unterkunft entscheidend für ein langes Leben des Tieres.

Als wechselwarme Tiere reagieren Reptilien besonders empfindlich auf klimatische Bedingungen wie Temperaturschwankungen, Temperaturzonen, Luftfeuchtigkeit und Luftzug. Man sollte sich also vorab über den natürlichen Lebensraum des beabsichtigen Tieres genauestens informieren.

Bei der Luftzirkulation ist es wichtig, darauf zu achten, dass sie das empfindliche Tier weder unter Zugluft stellt, noch zu einem Luftstau und damit einer Sauerstoffunterversorgung innerhalb des Terrariums, führt.


Beleuchtung und Temperatur

Die richtige Beleuchtung sorgt zum einen für genug Helligkeit und trägt zum anderen zur richtigen Temperatur bei. Außerdem versorgt sie die Terrariumbewohner mit der für sie wichtigen UV-Strahlung. Dies sind drei Gründe, die aber auch unterschiedliche Anforderungen an die Beleuchtung stellen. Für die Grundhelligkeit kann man Leuchtstoffröhren oder Metalldampflampen benutzen, je nach Größe des Terrariums (Helligkeitsbedarf), und Geldbeutel des Halters. Die Wärmeentwicklung dieser Lampen ist relativ gering, damit die Grundbeleuchtung unabhängig von der Temperaturkontrolle abläuft.

Da die Temperatur eines Terrariums in der Regel wärmere Regionen nachbildet als in unseren Breiten üblich , kann man auf eine Heizung nicht verzichten. Meistens werden auch hierzu Lampen benutzt, die neben der Helligkeit Wärme produzieren. Damit man nicht das gesamte Terrarium bestrahlt und den Tieren schattige Plätze gönnen kann, bedarf es spezieller Spotstrahler, die im gesamten Terrarium für eine gewisse Grundwärme sorgen, aber nur vereinzelte Bereiche direkt anstrahlen, dort wo die Reptilien ihre geliebten Sonnenbäder abhalten. Hier benutzt man vor allem Halogenstrahler und einfache Reflektorstrahler aus dem Baumarkt.

Bei den Glühlampen sollte man dafür sorgen, dass das Tier keinen direkten Kontakt zur Heizquelle herstellen kann. Dies kann man durch ein Gitter um die Lampe, oder durch eine gänzlich außerhalb des Terrariums angebrachte Beleuchtung, erreichen. Bei den Gittern ist darauf zu achten, dass es keine Möglichkeit für das Tier gibt, durch die Stäbe zu gelangen. Reptilien benötigen UV-Licht zur Produktion des wichtigen Vitamins D3. Auch hierzu benötigt man spezielle Lampen, die UV Licht verschiedener Spektren abgeben.

UV-Lampen und Glühlampen sorgen oft schon für genug Wärme und müssen nicht durch zusätzliche Heizungen ergänzt werden. In Wüsten und Tropenterrarien allerdings sind sie oft mehr als wichtig.

Neben den oben genannten Heizstrahlern (Keramikheizstrahler, Glühlampen) kann man daher Wärme auch vom Boden über Heizmatten oder Heizkabel zuleiten.

Heizmatten sind kritisch zu betrachten, da sie oft Verbrennungen herbei führen können, wenn sich wechselwarme Tiere, durch die Wärme angezogen, zu lange direkt auf sie drauflegen.

Heizkabel kann man in die Terrarienwände (in die Felsennachbildungen) einziehen und somit, wie in der Natur, von der Sonne aufgewärmte Steine imitieren.

Genau wie im echten Lebensraum gibt es abhängig von Tages- und Jahreszeit deutliche Temperaturschwankungen. In Wüstenterrarien gibt es die größten Unterschiede zwischen Tag und Nacht. So sind tagsüber Temperaturen von 50°C nicht selten, während man nachts komplett auf die Heizung verzichten kann (in der Natur fallen die Temperaturen sogar deutlich unter 0°C).

Die präzise Regulierung lässt sich mit Hilfe einer Zeitschaltuhr bewerkstelligen, die an die Wärmestrahler gekoppelt wird. Thermostate helfen zusätzlich, Regulierungen automatisch vorzunehmen, wenn die Temperatur über und unter einen bestimmten Wert steigt oder fällt. In den Tropen sind diese Schwankungen geringer, ein anderer Aspekt jedoch wird umso wichtiger.

Dort ist speziell auf die Luftfeuchtigkeit zu achten, die in Regenwaldterrarien naturgemäß sehr hoch sein kann, während sie in Wüstenterrarien gegen Null geht. Pflanzen sehen nicht nur gut aus, sie helfen auch, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren. Tägliches Besprühen der Pflanzen ist oft notwendig, um die Feuchtigkeit hoch zu halten.

Bei vielen Regenwaldreptilien (z.B. grüner Baumpython) ist diese Bewässerung auch immens wichtig zur Flüssigkeitsaufnahme, da sie zum Trinken fast ausschliesslich auf das Wasser, dass ihre Haut benetzt, zurückgreifen. In Feuchtterrarien kann man zur regelmäßigen Befeuchtung auf richtige Regenanlagen zurückgreifen, die man an eine Zeitschaltuhr koppeln kann. In normalen Waldterrarien mit niedriger Luftfeuchtigkeit lohnt sich dieser Aufwand allerdings eher nicht.

Wir hoffen, wir haben Ihnen einen kleinen Überblick darüber gegeben, worauf man achten sollte und gezeigt, dass mehr dazugehört, als nur einen Glaskasten mit Wasser bereitzustellen. Das Hobby fördert neben dem Verständnis für die gehaltenen Tiere auch Kreativiät und Heimwerkerleidenschaft.

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