Tierhaarallergien

Wenn der beste Freund allergisch macht

Immer mehr Menschen leiden unter Tierhaarallergien, darunter zunehmend Kinder. Das Immunsystem versucht, nicht bedrohlichen Stoffen mit einer heftigen Abwehrreaktion zu begegnen und kann sie nicht von gefährlichen Stoffen unterscheiden.

So kommt es bei erneutem Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff zu einer Überreaktion. Diese entsteht durch die beim ersten Kontakt entwickelten Antikörper. Das daraufhin freigesetzte Histamin löst Hautausschlag, Schnupfen, Niesen, Augenrötungen und vieles mehr aus.

Erwachsene wie Babys leiden unter ähnlichen Symptomen, angefangen von Rötungen der Haut über Schwellungen bis hin zu Atembeschwerden. Die Ursachen für Allergien sind nicht bekannt. Es ist aber erwiesen, dass ein erhöhtes Allergierisiko bei Babys durch Vererbung entsteht.


Risikofaktor Vererbung

Wenn ein Elternteil unter Allergien leidet, erhöht sich das Risiko auch für das Baby auf 25 bis 30 Prozent. Haben beide Eltern Probleme mit Allergien, erhöht sich das Risiko auf 50 bis 70 Prozent. Wichtig ist, bei einem so hohen Risiko richtig zu handeln. Da das Kind schon allergiegefährdet ist, gilt zu beachten, dass Katzen im häuslichen Umfeld bei Kleinkindern bis zwei Jahren die Wahrscheinlichkeit für eine Katzenhaarallergie nochmals deutlich steigern.

Bei älteren Kindern ist dieses Risiko nicht mehr genau nachweisbar, wie eine Studie des GSF–Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit in München aufzeigt. Im Rahmen dieser Studie wurden etwa 2000 Kinder aus dem Münchner Umkreis und Leipzig von Wissenschaftlern getestet und der Widerspruch zu anderen Studien, dass der ständige Kontakt mit Katzen in den ersten Lebensmonaten vor einer Allergie schützen könne, belegt.

Wichtig ist zu wissen, dass Tierhaare nur geringfügig Allergien auslösen, eher sind es Hautschuppen und Speichel, die diese Symptome in Verbindung mit Haaren verursachen.


Katzenhaarallergie am häufigsten

Die häufigste Tierhaarallergie ist die Katzenhaarallergie, da dieses Tier oft im Durchschnittshaushalt vorkommt und somit viele Menschen den allergenen Stoffen ausgeliefert sind. Das Fundament für eine Allergie kann schon in den ersten Lebensjahren gelegt werden.

Katzenhaarallergene sind relativ aggressiv im Vergleich zu anderen Allergenen. Katzen säubern sich mit der Zunge, außerdem sind die Allergene so fein, dass sie sich mit dem Feinstaub im Haushalt verbreiten können. Selbst nach Abgabe des Tieres dauert es noch einige Monate bis keine Allergene mehr im Haushalt vorhanden sind.

Kleintiere weisen nach der Aggressivität der Katzenallergene die nächstschwächeren Auslöser auf: beispielsweise das Meerschweinchen, da es gerne gekuschelt wird. So ist der Abstand zwischen Tier und Kind relativ gering. Aufgrund dieses nahen Kontakts kommt es nicht allzu selten zu Allergien.

Auch Hundehaarallergien kommen häufiger vor, allerdings sind die Allergene nicht all zu aggressiv, obwohl sich darüber die Meinungen teilweise spalten. Es gilt zu beachten, dass jedes Tier individuell ist: Man kann gegen einen bestimmten Hund allergisch sein, aber bei einem Hund der gleichen Rasse keine Symptome verspüren.

Grundsätzlich empfiehlt sich der Gang zum Facharzt, um mittels einer Sensibilisierung testen zu lassen, welche Substanzen die allergischen Reaktionen hervorrufen.

Auslöser einer Vogelallergie hingegen sind zumeist Federn oder Kot der Tiere. Symptome dieser Allergie kristallisieren sich meist durch Atemnot gleich nach dem Kontakt mit dem Tier heraus. Auch eine spätere allergene Reaktion ist möglich.

Bei einer Pferdehaarallergie ist es möglich, dass diese erst nach Jahren auftritt. Eine Allergie in diesem Fall macht sich meist durch Anschwellen und Rötungen sowie Niesanfälle oder eine laufende Nase bemerkbar.


Umgang mit der Allergie

Es gibt zwei Möglichkeiten, mit einer Allergie umzugehen: Die trotz aller Beschwerden oft unliebsamste Variante besteht darin, das Tier wegzugeben. Die den eigenen Gefühlen zuträglichere Lösung ist, das Tier zu behalten und zu versuchen, sich durch ständigen Kontakt zu desensibilisieren. 

Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass der gute Wille eine Verschlechterung des körperlichen Befindens verursacht. Diesen Umstand sollten besonders Familien berücksichtigen, deren Babys oder Kinder unter Tierhaarallergien leiden.

Zu bedenken ist, dass eine Allergie Asthma oder Schockreaktionen auslösen, also den Gesundheitszustand anderweitig destabilisieren kann. Für Eltern, die Ihrem Kind die Tierwelt dennoch nicht vorenthalten möchten, gibt es die Alternative, kurze Ausflüge zum Bauernhof oder zu Freunden mit Haustieren zu unternehmen.

Elisa Matz

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