Kaninchen Ernährung: So fütterst du richtig

Kaninchen Ernährung: So fütterst du richtig

Dieser Text richtet sich an alle Kaninchenhalter, die sicherstellen möchten, dass ihre Tiere eine optimale und artgerechte Ernährung erhalten, um Gesundheit, Vitalität und ein langes Leben zu gewährleisten. Hier erfährst du alles Wichtige über die richtige Fütterung von Kaninchen, von den Grundpfeilern bis zu speziellen Aspekten, um Verdauungsprobleme und Krankheiten vorzubeugen.

Das sind die beliebtesten Top 10 Kaninchenfutter Produkte

Die Grundpfeiler der Kaninchenernährung

Die richtige Ernährung ist das A und O für die Gesundheit deines Kaninchens. Kaninchen sind reine Pflanzenfresser mit einem hochspezialisierten Verdauungssystem, das auf eine faserreiche Kost ausgelegt ist. Eine falsche Fütterung kann schnell zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen, wie Verdauungsstörungen (Aufgasung, Verstopfung), Zahnproblemen (Zahnfehlstellungen, Zahnspitzen) und Stoffwechselerkrankungen. Das Ziel ist es, die natürliche Ernährungsweise von Wildkaninchen so gut wie möglich nachzuahmen.

Heu: Das unverzichtbare Grundnahrungsmittel

Heu muss deinem Kaninchen rund um die Uhr in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen. Es ist die wichtigste Komponente der Kaninchenernährung und deckt etwa 80-90% des täglichen Futterbedarfs ab. Hochwertiges Heu sollte frisch riechen, grünlich sein und keine staubigen oder schimmeligen Stellen aufweisen. Es liefert die notwendige Rohfaser, die für eine gesunde Darmtätigkeit unerlässlich ist. Die ständige Verfügbarkeit von Heu stimuliert das natürliche Kauverhalten, was gleichzeitig die Abnutzung der ständig nachwachsenden Zähne fördert. Achte auf verschiedene Heusorten, wie z.B. Wiesenheu oder Kräuterheu, um Abwechslung zu bieten.

Frischfutter: Vitamine, Mineralstoffe und Flüssigkeit

Neben Heu ist frisches Grünfutter ein wichtiger Bestandteil der Kaninchenernährung. Es liefert Vitamine, Mineralstoffe und zusätzliche Flüssigkeit. Beginne mit kleinen Mengen und führe neue Futtersorten langsam ein, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Achte auf eine gute Mischung verschiedener Gemüsesorten und Kräuter. Eine Faustregel besagt, dass etwa 10-20% der täglichen Futterration aus Frischfutter bestehen sollte.

Geeignete Frischfuttersorten:

  • Blattgemüse: Römersalat, Chicorée, Endivie, Mangold, Spinat (in Maßen), Karottengrün, Dill, Petersilie, Selleriegrün.
  • Kräuter: Luzerne, Klee (frisch oder getrocknet), Gänseblümchen, Löwenzahn, Spitzwegerich, Breitwegerich, Pfefferminze, Melisse.
  • Gemüse: Fenchel, Sellerie, Paprika (ohne Kerne), Zucchini, Kürbis, Brokkoli (in Maßen), Kohlrabi (in Maßen).
  • Obst (als Leckerli in kleinen Mengen): Apfel (ohne Kerne), Beeren, Banane (sehr selten), Birne.

Wichtiger Hinweis: Vermeide unbedingt eiskaltes Frischfutter aus dem Kühlschrank. Es sollte immer Zimmertemperatur haben. Auch stark gewässerte Salate oder stark gedüngte Pflanzen sind ungeeignet. Achte auf eine ausgewogene Mischung und biete nicht jeden Tag die gleichen Sorten an, um eine breite Nährstoffversorgung zu gewährleisten.

Trockenfutter und Pellets: Mit Vorsicht zu genießen

Trockenfutter und Pellets sollten nur einen sehr kleinen Anteil der Kaninchenernährung ausmachen, wenn überhaupt. Viele handelsübliche Futtermischungen enthalten einen hohen Anteil an Getreide, Zucker und unerwünschten Zusatzstoffen, die bei Kaninchen zu Verdauungsproblemen und Übergewicht führen können. Wenn du dich für Pellets entscheidest, wähle solche, die möglichst wenig Getreide und Zucker enthalten und einen hohen Rohfaseranteil aufweisen. Sie sollten niemals die Hauptnahrung darstellen, sondern nur als Ergänzung dienen. Die Menge sollte stark begrenzt sein (maximal ein Teelöffel pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag).

Wasser: Lebensnotwendig und immer frisch

Frisches, klares Wasser muss deinem Kaninchen jederzeit zur Verfügung stehen. Kaninchen trinken oft, besonders wenn sie viel Trockenfutter oder getrocknete Kräuter fressen. Wechsle das Wasser täglich und reinige den Napf oder die Trinkflasche regelmäßig, um Keimwachstum zu vermeiden. Achte darauf, dass die Trinkfläche im Napf nicht durch Einstreu oder Futter verunreinigt wird. Trinkflaschen sind eine gute Alternative, solange die Mechanik einwandfrei funktioniert und das Wasser regelmäßig kontrolliert wird.

Spezielle Ernährungsbedürfnisse und Besonderheiten

Während der Trächtigkeit, der Stillzeit oder bei kranken Tieren können sich die Ernährungsbedürfnisse leicht ändern. In solchen Fällen ist es ratsam, einen Tierarzt zu konsultieren, der individuelle Empfehlungen geben kann. Auch bei älteren Kaninchen kann eine Anpassung der Futtermenge und -art sinnvoll sein, um den Stoffwechsel zu unterstützen.

Die richtige Fütterung von Jungtieren

Jungtiere ernähren sich in den ersten Lebenswochen hauptsächlich von Muttermilch. Nach dem Absetzen (oft ab der 3.-4. Lebenswoche) sollten sie langsam an feste Nahrung, insbesondere Heu und geeignetes Frischfutter, gewöhnt werden. Eine zu frühe oder falsche Zufütterung kann zu Verdauungsproblemen führen. Biete ihnen zunächst leicht verdauliche Gemüsesorten und Kräuter in kleinen Mengen an.

Häufige Ernährungsfehler vermeiden

Zu den häufigsten Ernährungsfehlern gehören:

  • Zu viel Trockenfutter/Pellets: Führt zu Übergewicht, Verdauungsstörungen und Zahnproblemen.
  • Ungeeignete Frischfuttersorten: Z.B. zu viel Obst, Kohlgemüse oder kältefremde Lebensmittel.
  • Plötzliche Futterumstellungen: Können den empfindlichen Verdauungstrakt überfordern.
  • Fehlende oder verschmutzte Wasserquelle: Lebensbedrohlich für das Kaninchen.
  • Einseitige Ernährung: Bietet nicht alle notwendigen Nährstoffe.

Zusammenfassung der Kernpunkte

Kategorie Beschreibung Empfehlung
Grundnahrungsmittel Heu ist essenziell für die Verdauung und Zahnabnutzung. Rund um die Uhr in unbegrenzter Menge anbieten.
Frischfutter Liefert Vitamine, Mineralstoffe und Flüssigkeit. Täglich eine abwechslungsreiche Mischung aus geeignetem Grünfutter und Kräutern.
Trockenfutter/Pellets Sollte nur einen geringen Anteil ausmachen. Nur in Maßen als Ergänzung, bevorzugt getreide- und zuckerarm.
Wasser Unverzichtbar für alle Körperfunktionen. Jederzeit frisch und sauber anbieten.
Leckerlis Sollten selten und in sehr kleinen Mengen gegeben werden. Z.B. kleine Stücke Obst, getrocknete Kräuter.

Das sind die neuesten Kaninchenfutter Produkte

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Kaninchen Ernährung: So fütterst du richtig

Darf mein Kaninchen Brot fressen?

Nein, Brot ist für Kaninchen absolut ungeeignet. Es besteht hauptsächlich aus Getreide und Zucker, was zu schweren Verdauungsproblemen wie Gärungen im Darm, Aufgasungen und Fehlgärungen führen kann. Die enthaltenen Kohlenhydrate sind für den Verdauungstrakt von Kaninchen nicht richtig aufschließbar und können im schlimmsten Fall tödlich sein.

Wie viel Frischfutter sollte ein Kaninchen pro Tag bekommen?

Als grobe Faustregel gilt, dass etwa 10-20% der täglichen Futterration aus Frischfutter bestehen sollte. Dies ergänzt die Hauptnahrungsquelle Heu. Achte auf eine gute Mischung aus verschiedenen Blättrigen Gemüsesorten, Kräutern und gegebenenfalls kleinen Mengen an Wurzelgemüse.

Ist Comercial-Trockenfutter wirklich so schlecht?

Viele handelsübliche Trockenfutter-Mischungen enthalten einen hohen Anteil an Getreide, Zucker und unnötigen Zusatzstoffen, die bei Kaninchen zu gesundheitlichen Problemen führen können. Wenn du Trockenfutter verwenden möchtest, achte auf hochwertige Produkte mit einem hohen Rohfaseranteil und möglichst wenig Getreide und Zucker. Es sollte jedoch niemals die Hauptnahrungsquelle darstellen.

Welche Obstsorten sind für Kaninchen geeignet?

Obst sollte aufgrund des hohen Zuckergehalts nur in sehr kleinen Mengen als Leckerli gegeben werden. Geeignet sind beispielsweise kleine Stücke Apfel (ohne Kerne), Birne, Beeren wie Erdbeeren oder Himbeeren. Bananen sollten nur extrem selten und in winzigen Mengen angeboten werden.

Was tun, wenn mein Kaninchen keinen Appetit mehr hat?

Ein plötzlicher Appetitverlust ist bei Kaninchen immer ein Alarmsignal und sollte umgehend tierärztlich abgeklärt werden. Es kann auf eine ernste Verdauungsstörung oder andere gesundheitliche Probleme hindeuten. Biete weiterhin Heu an und versuche, das Kaninchen zum Trinken anzuregen.

Wie oft sollte ich das Wasser für mein Kaninchen wechseln?

Das Wasser sollte täglich gewechselt werden, um Frische zu gewährleisten und die Vermehrung von Keimen zu verhindern. Reinige den Trinknapf oder die Trinkflasche ebenfalls täglich gründlich.

Kann ich mein Kaninchen mit Salat aus dem Supermarkt füttern?

Ja, viele Salatsorten wie Römersalat, Chicorée oder Endivie sind gut für Kaninchen geeignet. Achte jedoch darauf, dass der Salat frisch ist und keine Spritzmittelrückstände aufweist. Spüle ihn gegebenenfalls gründlich ab. Kohlsorten und andere stark blähende Gemüsesorten sollten nur in Maßen und nach langsamer Gewöhnung angeboten werden.

Bewertungen: 4.8 / 5. 626